Kammerscheidewanddefekt (VSD)

Beim Kammerscheidewanddefekt besteht eine Öffnung in der Scheidewand zwischen linker und rechter Kammer. Die Auswirkungen dieser Fehlbildung auf den Kreislauf hängt ab von der Grösse des Defektes und vom Widerstand, welchen das Lungengefässbett dem Blutstrom entgegensetzt.

Ist der Defekt klein, sodass nur sehr wenig Blut in die rechte Kammer und damit erneut in den Lungenkreislauf gelangt (kleiner links rechts Shunt), wird der Kreislauf kaum beeinträchtigt.

Bei grösserem Defekt kann je nach seiner Grösse z.B. die Hälfte bis zwei Drittel des Ausstosses der linken Kammer oder gar noch mehr in die rechte Kammer übertreten, ohne oder mit mässigem Anstieg des Druckes in der rechten Kammer und der Pulmonalarterie (grosser links rechts Shunt), wobei der Widerstand im Lungen-Gefässbett nicht oder nur mässig ansteigt. Die linke Kammer muss das Doppelte bis Dreifache oder gar noch mehr Blut pro Herzschlag pumpen und kann dadurch überlastet werden.

Sofern der Defekt aber so gross ist, dass er einen Druckausgleich zwischen linker und rechter Kammer zulässt ist ein starker Anstieg des Widerstandes im Lungengefässbett Voraussetzung für das Überleben. Übersteigt der Lungen-Gefäss-Widerstand im späteren Verlauf jenen des Körper-Gefäss-Widerstandes, fliesst sauestoffarmes (blaues) Blut in die Körperschlagader und es kommt zur Blausucht (Cyanose). Man spricht in diesem Fall von Eisenmengerkomplex.